F3b: Waldschutz

Heterobasidion annosum

Unter den zu erwartenden Klimabedingungen sind Wälder be­son­ders stark durch phyto­phage Insekten und Pathogene bedroht. Die Teil­vor­haben F3a und F3b untersuchen die regionalen Aus­wirk­ungen globaler Ver­änder­ungen auf Schad­orga­nis­men in Wäldern und damit auf die künftige Wald­ent­wick­lung. Es leistet einen Bei­trag zur Ent­scheid­ungs­find­ung über künftige Be­wirt­schaft­ungs- bzw. Erhaltungs­strategien.

Das Teilvorhaben wird eine Risikoanalyse für Waldbestände für wurzelpathogene Pilze am Beispiel des Wurzelschwamms (Hetero­basidion an­no­sum), Borken­käfer sowie Pracht­käfer erstellen. Zudem wird die Ent­wick­lung des Diplodia-Trieb­sterbens in den Projekt­räumen als neuer Risiko­faktor beobachtet. Basierend auf den sich aus diesen Unter­such­ungen ergebenden öko­log­ischen und ökonomischen Konsequenzen sollen Entscheidungshilfen für das Risiko­manage­ment in Wäldern erarbeitet werden, das regional­spezifisch an veränderte Umwelt­be­ding­ungen angepasste Monitoring- und Prognose­maß­nahmen für biotische Schad­erreger sowie Ent­scheid­ungs­kriterien für den Einsatz von Pflanzen­schutz­mitteln einschließt.

Für den Wurzel­schwamm als Risiko­faktor soll eine Zustands- und Befalls­analyse für die Modell­regionen, basierend auf einer repräsentativen, genetisch gestützten Populations­analyse, in Abhängigkeit von Klima und Witterung durchgeführt werden. Hierzu sind eine Aufnahme und Identifizierung von Frucht­körpern des Wurzel­schwamms sowie Luft­keim­proben in den vier Modell­regionen notwendig. Parallel soll eine forstliche Einschätzung und Charakter­isierung des aktuellen Wurzel­schwamm­befalls erfolgen. Darauf aufbauend werden für den Risiko­faktor „Pilze“, sowie für die Risiko­faktoren „Borken- und Prächt­käfer“ die Ursachen für unterschiedliche Befalls­bilder und Dynamiken ermittelt. Das an der NW-FVA Göttingen entwickelte Wald­schutz­modell als Teil des Decision Support Systems Wald und Klimawandel­ soll für die Modell­regionen mit aktuellen Populations­daten verifiziert werden. Abschließend werden für diese Faktoren Strategien für das Risiko­manage­ment in Abhängigkeit von Klima und Witterung entwickelt. Diese werden mit Nach­haltig­keits­indi­ka­tor­en vernetzt, die in Modell­ierungs­prozesse des Gesamt­projekts unter Beteiligung der regionalen Stake­holder einfließen.

Sterbelücke Kiefer

Gemeinsame Ziele der Teilvorhaben F3a und F3b sind die Erarbeitung von Empfehlungen für stufige Überwachungs­ver­fahren, die mit einheit­lichen Vorgaben regional­spezifisch modifiziert werden können und „neue Scha­dens­schwel­len“ als Grundlage für ökologisch und ökonomisch nach­haltige Handlungs­konzepte für Pflanzen­schutz­maß­nahmen in Wäldern.

Die wissen­schaft­lichen Grund­lagen für eine an klima­bedingte Ver­änder­ungen angepasste Risiko­bewertung biotischer Schad­erreger in Wäldern, die in regional angepasste Monitoring- und Prognose­systeme mündet, ist auf Grund der ökologischen Bedeutung von Wäldern un­ab­ding­bar für ein umfassend nach­haltiges Risiko­manage­ment der Land­nutzung. Das Vor­haben F3 nutzt in besonderem Maße die Ergebnisse der Arbeits­gruppen K1, F1, F2, F4 sowie F6 und liefert Ergebnisse für die Arbeits­gruppen F4, F5, F6, S1, S2 und S3.