F3a: Waldschutz

Kiefernspinner Kahlfrass 2005

Mit regionalen Veränderungen der klimatischen Bedingungen im Norddeutschen Tiefland verändern sich ebenso die Entwicklungsmöglichkeiten und somit Verbreitungsschwerpunkte potenziell schädlicher Insektenpopulationen. Temperatur und Niederschlag haben wesentliche Auswirkungen auf die Entwicklung und das Überleben der wechselwarmen Tiere in Wäldern.

Im Rahmen des Teilprojektes sollen für Wälder der Modellregionen auf Raum und Zeit bezogene Risiken durch zum Massenbefall fähige blatt- und nadelfressende Forstschadinsekten (vornehmlich am Beispiel der Kiefer) erarbeitet werden. Grundlage der kausalanalytischen Auswertungen bilden über Jahrzehnte für die Prognose des Schadauftretens der Insekten mit standardisierten Monitoringverfahren gesammelte Daten (1951 bis 2010) sowie Dokumentationen zu Befallsflächen, Befallsintensitäten und dokumentierten Waldschäden.

Bislang existieren nur wenige grundlegende Forschungsergebnisse zu den Zusammenhängen zwischen Langzeitdaten der Populationsentwicklung blatt- und nadelfressender Insekten und den Klima-, Waldbestandes- sowie topografischen Daten. Die geplanten statistischen Analysen sollen unter Berücksichtigung zu erwartender Klimaänderungen die Kenntnisse über Mechanismen und Abläufe bedeutsamer Massenwechsel verbessern und diese ökonomisch und ökologisch bewerten.

Die umfangreichen und detaillierten Grunddaten sowie die Datenanalysen fließen dann in Modellierungen ein, um eine zeitliche und räumliche Vorausschau mit den bestehenden Klimaszenarien zu ermöglichen. Mit Hilfe der Erkenntnisse sollen einerseits die Prognosen von Schadereignissen der Forstschadinsekten unter Berücksichtigung veränderter Klimaverhältnisse verbessert und andererseits Entscheidungsgrundlagen für ein zukünftiges Waldbild mit Bezug auf die Waldstruktur und die Baumartenwahl regional im Norddeutschen Tiefland unterstützt werden.

Ansprechpartner: Dr. K. Möller und T. Ziesche (Bearbeiter), Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE)