Risikomanagement

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Im Vergleich zu den Chancen sind vor allem die Risiken des globalen Wandels in den Blickpunkt des gesellschaftlichen Interesses gerückt. Risikomanagement ist damit mehr denn je eine wesentliche Teilaufgabe einer nachhaltigen Landnutzung und der Umweltvorsorge.

Eine zwingende Voraussetzung hierfür ist zunächst die (1) Identifizierung von Risikofaktoren, ihren Wechselwirkungen, eine Abschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeit und der potenziell zu erwartenden Schäden. In einem zweiten Schritt muss die (2) Anfälligkeit der Landnutzungssysteme, die sich aus der Stärke der Einwirkung und der Sensitivität des Systems gegenüber den wahrscheinlichsten Risikofaktoren ergibt, bewertet werden. Auf diesen Grundlagen sind in einem dritten Schritt (3) Grundlagen für ein wirksames Risikomanagement zu entwickeln, die auf die Risikoprävention, Risikobewältigung und die Begrenzung der Schadensauswirkungen sowie auf den Umgang mit Unsicherheiten ausgerichtet sind.

Soweit überhaupt vorhanden, zielen aktuelle Konzepte des Risikomanagements innerhalb der drei Landnutzergruppen Land-, Forst- und Wasserwirtschaft auf sektorale Lösungen. Wasserwirtschaft, Landwirtschaft und Forstwirtschaft konkurrieren z. B. einerseits um ein zeitlich unterschiedliches aber in der Vegetationsperiode zumeist begrenztes Wasserdargebot und versuchen andererseits dem Überangebot an Stickstoffverbindungen auszuweichen. Angesichts künftig weiterhin zu erwartender Wasserknappheit bei gleichzeitig hohem Stickstoffangebot sind balancierte, integrierte Systemlösungen der Ressourceneinsparung und -verteilung zwischen den drei Landnutzungsressorts dringend erforderlich.

Das Teilprojekt analysiert vor diesem Hintergrund die Ergebnisse der Projektpartner K1, F1, F2, F3a, F3b, F4, L2a, L2b, L5 sowie W1a und W1b um die gesamtgesellschaftlichen Risiken transdisziplinär aus den sektoralen Risken zu bewerten und ein integratives Risikomanagement zu entwickeln.

Ansprechpartner: Prof. Dr. habil. Ralf Kätzel, Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE)