Hintergrund

Nachhaltiges Landmanagement im 21. Jahrhundert muss unter Berücksichtigung der Einflüsse des globalen Wandels betrachtet und entwickelt werden. Die Veränderungen der Rohstoff-, Waren- und Finanzmärkte sowie des Klimas stellen große Herausforderungen dar und beeinflussen die Chancen und Risiken der Forst- und Landwirtschaft wesentlich. Sehr bedeutsam sind darüber hinaus die strukturellen Veränderungen in den Regionen. Sie erfordern Anpassungsmaßnahmen und ggf. Neuausrichtungen im Landmanagement. Angesichts der bestehenden und eher zunehmenden Unsicherheiten sind diese so zu konzipieren, dass sie ein flexibles Reagieren auf sich wandelnde Umstände erlauben und die Wechsel­wirk­ungen zwischen den Landnutzungssystemen beachten.

Folgende gravierende Veränderungen sind bereits eingetreten bzw. zu erwarten:

  • Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Rohholz und anderen nachwachsenden Rohstoffen steigt weltweit.
  • Es werden neue Produktionskapazitäten und Verwertungslinien für die stoffliche bzw. energetische Nutzung aufgebaut.
  • Die Intensität der land- und forstwirtschaftlichen Landnutzung steigt.
  • Das Lebensraumangebot und die Artenvielfalt werden vielfach beeinträchtigt.
  • Die Produktionsgrundlagen, Risiken und Ertragsaussichten verändern sich durch den erwarteten bzw. bereits eingetretenen Klimawandel und die atmosphärischen Stoffeinträge aus der Luft.
  • Der Trinkwasserbedarf in den Ballungszentren und Nutzwasserbedarf in der Landwirtschaft steigt.
  • Die deutsche Bevölkerung wird zunehmend älter und verlässt die ländlichen Räume.
  • Die regionalen Abnehmerstrukturen verändern sich.
  • Die Flächenkonkurrenz zwischen der Forst- und Landwirtschaft sowie den Produktionslinien (Ernährung, stoffliche und energetische Nutzung) und dem Naturschutz nimmt zu.
  • Die Nutzungs- und Interessenkonflikte zwischen den Landnutzern in der Konkurrenz um die Ressource Wasser verschärfen sich.